St.Gallens Strassenbild verändert sich

Als Grünes Gallustal vor vier Jahren ein Leitbild mit über 90 Visualisierungen vorstellte, rückte die Idee einer Stadt mit mehr Bäumen, Alleen, Ökoflächen, Blumenwiesen und begrünten Plätzen plötzlich in greifbare Nähe. Es freut uns, dass viele Vorschläge aufgenommen und weiterentwickelt wurden – mit sichtbaren Veränderungen im Stadtbild.

Kurz nach der Veröffentlichung der umfangreichen Studie «Grünes Gallustal» im Frühjahr 2022 trat in der Stadt St.Gallen das Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung in Kraft. Es war ein Gegenvorschlag zu den Stadtklima-Initiativen des Vereins Umverkehr. Ab dann war auch ein gesetzlicher Handlungsdruck gegeben. Mit unseren Ideen kamen wir gerade rechtzeitig: Sie stiessen bei Politik und Verwaltung auf offene Ohren – insbesondere im Strassenbau. Es gelang uns, aufzuzeigen, wie sich die gesetzlichen Ziele übertreffen lassen – ohne grosse Einschränkungen für den fliessenden und den ruhenden Verkehr.

Die Sonnenhaldenstrasse ist einer von vielen Orten in der Stadt St.Gallen, die in den letzten Jahren entsiegelt und begrünt wurden (Bild: Grünes Gallustal).

Seit 2022 beobachtet und untersucht das Team Grünes Gallustal die grün markierten Flächen auf der Karte und identifiziert Optimierungen. Darunter sind auch sämtliche Strassenflächen, für die öffentliche Mitwirkungsverfahren durchgeführt wurden (Karte: Grünes Gallustal).

Strassensanierung nach neuen Massstäben

Heute gelten für Strassenerneuerungen andere Grundsätze als früher. Bevor das neue Reglement in Kraft trat, wurden die Strassen im Rahmen des Erneuerungszyklus einfach wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Heute sieht und nutzt man die Chance, bei der Erneuerung versiegelte Flächen zu reduzieren, indem Fahrbahnen auf minimal notwendige Breiten verringert und Parkplätze nicht mehr asphaltiert werden.

Es freut uns, dass wir mit dem Leitbild und der Teilnahme an projektspezifischen öffentlichen Mitwirkungsverfahren pragmatische Ideen einbringen und zur Entwicklung des Stadtbilds beitragen durften. Durchgesetzt hat sich zum Beispiel die Idee eines Multifunktionsstreifens: ein etwa 2 Meter breiter Streifen neben der Fahrbahn mit Parkplätzen, Bäumen und anderer Infrastruktur. Die Stadt übernahm die Idee und entwickelte sie weiter. Die sogenannten Infrastrukturstreifen sind an immer mehr Orten der Stadt anzutreffen.

Lehnstrasse früher: Viel Asphalt und unklare Verkehrsführung.

Lehnstrasse früher: Viele versiegelte Flächen, keine Bäume.

Lehnstrasse heute: Klare Verkehrsführung, die Restflächen wurden entsiegelt und mit Bäumen bepflanzt.

Lehnstrasse heute: Der östliche Abschnitt wurde als Velostrasse signalisiert. Die zuvor bereits vorhandenen Parkplätze wurden in einen Infrastrukturstreifen mit Bäumen und Grünflächen integriert.

Scheibenackerstrasse früher:  Es fehlten Grünflächen und Bäume.

Scheibenackerstrasse heute: Neue Bäume machen das Quartier gleich lebenswerter.

Entsiegelte Parkplätze

Die Stadt St.Gallen verfolgt eine Biodiversitätsstrategie und fördert die Entsiegelung nach dem Schwammstadt-Prinzip. An vielen Orten der Stadt sehen wir positive Veränderungen.

Schönaustrasse früher: Feinerschliessungsstrassen in Wohnquartieren benötigen keine Trottoirs.

Schönaustrasse heute: Nachdem die Trottoirs entfernt und die Parkplätze entsiegelt wurden, konnte hier die Asphaltfläche fast halbiert werden.

Hügelstrasse früher: Parkplätze dominierten das Strassenbild.

Hügelstrasse heute: Hier zeigt sich, wie drei Bäume, die Absenkung des Trottoirs und die Entsiegelung der Parkplätze sofort positiv auf das Strassenbild wirken.

Grüne Inseln wachsen aus dem Boden

Auf entsiegelten Flächen entstehen kleine Oasen der Biodiversität. Jeder noch so kleine Flecken kann entsiegelt und begrünt werden.

Rorschacher Strasse früher: Wenig biodiverser Rasen rund um die Baumallee.

Rorschacher Strasse heute: Die bunte Ökofläche bietet neuen Lebensraum für die Stadtnatur.

Kreuzung Teufener Strasse/Davidstrasse/Kornhausstrasse früher: grau in grau (Bild: Google).

Kreuzung Teufener Strasse/Davidstrasse/Kornhausstrasse heute: Durch die Aufwertung des Strassenraums ist ein neuer Aufenthaltsort entstanden.

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