Wie geht es in diesen Tagen unserer Natur?

Ein naturnaher Garten am 10. August 2026 in der Ostschweiz (Foto: privat).

Die Antwort ist klar: Die Schweiz erlebt einen aussergewöhnlich trockenen und heissen Sommer.

In der Ostschweiz spüren wir die Trockenheit zum Beispiel im Fürstenland, wo die Quellen erschöpft sind. Die Stadt Wil bezieht ihr Trinkwasser aktuell aus dem Grundwasser im Thurgau. Im Tagblatt vom 4. August 2026 ist zu lesen: «Auch der Bodensee hat einen Rekord zu vermelden. Ende Juli lag der Pegel noch nie so tief seit Messbeginn 1850. Derzeit liegt der Bodenseepegel einen Meter tiefer als normal». Die Trockenheit belastet auch die Landwirtschaft: Das Futter wird knapp und es sind mehrere hundert zusätzliche Schlachtungen pro Tag nötig. Diese Fakten sind leider traurige Realität und können seit Wochen in den Medien verfolgt werden.

Und wie überleben unsere Bäume?

Viele Bäume dürften diesen Sommer noch überstehen, da ihre Wurzeln noch auf Wasserreserven im Boden zurückgreifen können. Sollten auch Winter und Frühling 2027 trocken ausfallen, könnte sich die Situation im Sommer 2027 deutlich verschärfen. Ausgewachsene Bäume sind resistenter als Jungbäume, die in den ersten drei Jahren gewässert werden müssen. Ein Baum, der heute gepflanzt wird, entfaltet seine volle Wirkung erst in Jahrzehnten. Deshalb ermahnt Grünes Gallustal Städte und Gemeinden sowie Private, jetzt schnell zu reagieren und Bäume zu pflanzen und Böden zu entsiegeln. Die Stadt St.Gallen hat bereits reagiert und bietet kostenlose Bäume für Private an. Auch Fassadenbegrünung, Entsiegelung oder grüne Dächer werden von der Stadt unterstützt.

Wie können wir der Natur helfen?

Wenn man in diesen Tagen durchs Quartier läuft, sieht man in den Gärten und an den Hügeln die Trockenheit: Vor allem klassische Rasenflächen sind gelb, sofern sie nicht mit wertvollem Trinkwasser gewässert wurden. Ein Lichtblick sind naturnahe Gärten, die zum Glück von immer mehr Menschen angelegt werden. Ein naturnaher Garten kommt meist mit deutlich weniger Bewässerung aus und ist insgesamt pflegeleichter. Vielfältige Pflanzen, unversiegelte Böden und eine dichte Vegetation helfen, Wasser im Boden zu halten und die Verdunstung zu reduzieren. Die hohe Vegetation schützt den Boden vor dem Austrocknen. So bleibt mehr Wasser im Boden und steht auch Bäumen und Sträuchern zur Verfügung. Auch Moos ist ein guter Schutz für den Boden: Wie ein Schwamm speichert er das Wasser und soll laut der Gärtnerin (siehe Foto oben) unbedingt stehengelassen werden.

Tabu sind Rasenmäher-Roboter, die alles abtöten: Das schützende Gras, die Blumen und auch die Wildtiere, die Nahrung und Schutz vor der Hitze suchen. In einem Naturgarten finden Insekten, Vögel, Reptilien und andere Tiere Wasser, Unterschlupf, Nahrung und Schutz vor der Hitze.

Tipp: Böden kann man vor dem Austrocknen schützen, indem man geschnittenes Gras oder Laub darauf liegen lässt. Hier wurde zum Beispiel ein Gemüsebeet gemulcht (Foto: privat).

Tipp: Wiesen und verblühte Stauden kann man stehen lassen. Sie bieten Vögel und Insekten Nahrung und Schutz (Foto: privat).

Unsere Städte und Gemeinden müssen klimaresilienter werden

Es ist offensichtlich: Wir müssen uns an das veränderte Klima anpassen. Im Kleinen können wir alle etwas für die Natur tun – gleich vor der Haustür. Wer sich für naturnahe Gärten entscheidet und sich für ökologisch aufgewertete Parks und Areale ausspricht, setzt ein wichtiges Zeichen. Naturgärten und Parks verbrauchen weniger wertvolles Trinkwasser und überstehen Dürreperioden besser.

Grünes Gallustal fordert, dass rasch mehr Bäume entlang von Strassen gepflanzt werden, denn es wird Jahr für Jahr schwieriger – und teurer –, einen Baum durchzubringen. Je älter und grösser die Bäume sind, desto grösser ist ihr Beitrag zu einem angenehmen Stadtklima. Wir fordern deshalb die Kantonspolitik auf, die Gemeinden bei ihren Anstrengungen zu unterstützen und den Wandel rasch voranzutreiben.

Schreckensszenario auch für die Schweiz? Ein völlig ausgetrockneter Park in London (Foto: privat).



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