Ideen für eine grünere Stadt Rapperswil-Jona
An den Green Days vom 7. bis 10. Mai 2026 in Rapperswil präsentierten Grünes Gallustal und NATURstadt Ideen für eine ökologische Aufwertung der Stadt Rapperswil-Jona. Am mehrtägigen Festival wurde die Stadt zu einem Zentrum für nachhaltige Stadtentwicklung, urbanes Grün und ökologische Innovation.
Die Veranstaltung wurde von Green City Rapperswil-Jona organisiert. Der Verein vereint Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen lokalen Institutionen und bezweckt die Konzeption und Realisation von Veranstaltungsformaten, Produkten und Angeboten zum Thema Garten und nachhaltige Stadtentwicklung.
Alpenstrasse
Situation heute
Zwischen dem Bahnhof Rapperswil und der Altstadt ist die Alpenstrasse eine wichtige Fusswegverbindung. Der Autoverkehr beschränkt sich auf Anlieferungen und Zufahrten zu den angrenzenden Liegenschaften. Mit Ausnahme kleiner Flächen gehört das Areal der politischen Gemeinde Rapperswil-Jona. Heute ist die Fläche von Fassade zu Fassade asphaltiert und nur wenig begrünt. Neben der notwendigen Verkehrsfläche besteht grosses Potenzial für mehr Grün und höhere Aufenthaltsqualität.
Vision
Der vom Bahnhof sichtbare Abschnitt könnte als Begegnungszone und attraktiver Übergang zur Altstadt gestaltet werden. Bestehende Läden könnten ihre Nutzung in neue Aussenräume erweitern und so zur Belebung der Altstadt beitragen. Entsiegelte Flächen, Bäume und Grünstreifen schaffen mehr Lebensqualität, fördern die Biodiversität und verbessern das Stadtklima für Anwohnende und Kundschaft.
Die Alpenstrasse in Rapperswil heute: Die Fläche ist von Fassade zu Fassade asphaltiert.
Die Idee von Grünes Gallustal für die Alpenstrasse in Zukunft: entsiegelte Flächen, Begrünung, Bäume und Möblierung des öffentlichen Raums (Visualisierung: Grünes Gallstal).
Bahnhof Jona/Unterführung
Ausgangslage
Nahe dem Busbahnhof führt die St. Gallerstrasse als Bahnunterführung unter der S-Bahnlinie hindurch. Der Ort gilt als «Unort»: Zwischen Bahnlinie sowie Velo- und Fussgängerbrücke entsteht eine deutliche Zäsur, geprägt von starkem Strassenlärm. Zusammen mit Verbesserungen am Busbahnhof bietet das zentrale Gebiet jedoch Potenzial für Ruhe und Erholung in einem wichtigen öffentlichen Raum der Stadt.
Vision
Eine Überdachung der Unterführung könnte den angrenzenden Grünfelspark grosszügig erweitern sowie die Velo- und Fusswegverbindung attraktiver und komfortabler machen. Auch städtebaulich entstünden neue Chancen: Siedlungen auf der Südseite der Unterführung könnten einen direkten Zugang zum Bahnhof erhalten. Für den Fuss- und Veloverkehr würde eine durchgehende, komfortable Verbindung geschaffen.
Heute zerschneidet eine stark befahrene Strasse das Quartier.
In Zukunft kann über der Unterführung neuer Wohnraum und ein grüner Park entstehen (Visualisierung: Grünes Gallstal).
Alte Fabrik Rapperswil
Situation heute
Zwischen Oberer Bahnhofstrasse und Neuer Jonastrasse liegt ein Ort, der zugleich die Frontseite der Alten Fabrik und die Rückseite der strassenseitigen Bauten bildet. Der Zugang erfolgt über einen Platz zwischen Cityhaus und Albuville, der heute grösstenteils als versiegelte Verkehrsfläche gestaltet ist.
Vision
Der Raum vor der Alten Fabrik ist zwar durch die Überbauung Albuville begrenzt, bietet jedoch Potenzial für eine attraktivere Gestaltung. Entsiegelung, zusätzliche Begrünung, gezielte Besucherführung und höhere Aufenthaltsqualität könnten das Areal zu einem attraktiven Treffpunkt machen und für Anwohnende mehr als ein Hinterhof sein. Das Gebiet zwischen Oberer Bahnhofstrasse, Neuer Jonastrasse und Glärnischstrasse bietet grosses Potenzial für einen ruhigen Aufenthaltsort im Zentrum von Rapperswil.
Die Alte Fabrik heute: versiegelte Strassen, Parkplätze und Restflächen prägen die Kreuzung.
Die Alte Fabrik könnte in Zukunft eine entsiegelte Strasse und begrünte Flächen erhalten, die auch als Aufenthaltsraum im Freien dienen (Visualisierung: Grünes Gallustal).
Cityhaus Rapperswil
Ausgangslage
Der Cityplatz ist stark vom Strassenverkehr geprägt. Die Kreuzung der Kantonsstrassen bildet einen markanten Verkehrsknotenpunkt und zerschneidet die Rapperswiler Innenstadt. Die wenigen verbleibenden Flächen sind vollständig versiegelt; nur wenige Bäume und kaum Grünflächen lockern den zentralen Ort auf.
Vision
Durch Entsiegelung und Begrünung des Platzes vor dem Cityhaus könnte eine wohltuende Insel im Verkehr entstehen und dessen Dominanz reduziert werden. Die Massnahmen würden den Lärmpegel senken und zu einem zusammenhängenden Zentrum beitragen. Für diese Entwicklung wären Anpassungen der Verkehrssituation nötig. Mit einer Vorstudie sowie einem Betriebs- und Gestaltungskonzept könnte die Vision schrittweise umgesetzt werden.
Der Cityplatz ist heute eine Strassenkreuzung mit wenig Aufenthaltsqualität.
Der Cityplatz der Zukunft könnte für Fussgänger mehr Sicherheit schaffen. Die Bäume und Grünflächen kühlen den Platz, die Gastronomiebetriebe erhalten einen schattigen Aussenbereich (Visualisierung: Grünes Gallustal).
Merkurstrasse
Situation heute
Der obere Teil der Merkurstrasse ist heute von einer durchgehend versiegelten Asphaltfläche geprägt. Trotz zentraler Lage ist der Ort kaum vom Verkehr belastet; die Zufahrt dient vor allem der Anlieferung entlang der Merkurstrasse. Zwar gibt es zwei Tische mit Bänken, echte Aufenthaltsqualität fehlt jedoch. Der Ort hat grosses Potenzial, ist heute aber kaum gestaltet und wird entsprechend wenig genutzt.
Vision
Kleine Plätze schaffen Raum für Begegnungen. Kletterpflanzen lockern die grauen Fassadenflächen auf, und die qualitätsvolle Gestaltung der Altstadt wird weitergeführt. Zusätzliche Bäume und Pflanzbereiche verbessern Mikroklima und Aufenthaltsqualität, spenden Schatten und laden zum Verweilen statt nur zum Durchgang ein.
Der Durchgang an der Alpenstrases ist heute grau und bietet keinen Mehrwert.
Hier könnte der Boden entsiegelt werden. Grüne Rabatten und Fassadenbegrünungen machen die Strasse gleich freundlicher und schaffen Aufenthaltsqualität (Visualisierung: Grünes Gallustal).
Impressionen von den Green City Days 2026
Angebot für Städte und Gemeinden
Grünes Gallustal unterstützt Schweizer Städte und Gemeinden dabei, das Potenzial für die Begrünung zu errechnen, eine Vision zu entwickeln und die Machbarkeit von ökologischen Aufwertungsmassnahmen zu prüfen. Jede dieser Visualisierungen ist eine kleine Machbarkeitsstudie: Die Ideen entstanden nach einer Besichtigung vor Ort und wurden sorgfältig auf die lokalen Anforderungen und Besonderheiten abgestimmt.